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29.04.2013

"So was wie die Leutenberger Stadtmusikanten" - Sympathieträger für Naturpark gesucht - Schreibwerkstatt im Juli ist Teil des Wettbewerbs

Vor einem halben Jahr bestätigte eine gezielte Befragung unter über 100 Experten in der Region des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, dass die  Bekanntheit des Naturparks zu wünschen übrig lässt. „Viele wissen nicht einmal, was ein Naturpark ist“, bestätigen 60% aller Befragten. Das soll sich ändern, beschloss die Leiterin der Naturparkverwaltung in Leutenberg, Christine Kober.

Und da sie sich von Kommunikationsberatern hat sagen lassen, dass es vor allem auf die Emotionalität ankommt, die dem Naturpark in seinem Außenauftritt bisher fehlt, unterstützt sie jetzt einen Wettbewerb, der genau das zum Ziel hat. Gesucht werden Geschichten, Figuren und Motive, die den Naturpark sympathisch machen und Gefühle erzeugen. "Schließlich wollen wir ja den Menschen die Natur näherbringen", sagt Kober. Und dazu reiche es nicht aus, Wege zu markieren und die Artenvielfalt im Naturpark zu erhalten.

Ein erster Schritt in die neue Richtung wurde mit der stärkeren Einbindung der ausgebildeten Natur- und Landschaftsführer in die Inszenierung des Naturparks getan. Erstmalig ist vor kurzem eine neu gestaltete Karte des Naturparks erschienen, in der zahlreiche Naturführer-Touren verzeichnet sind, durch die Besucher den Naturpark erleben und entdecken können.

In einem zweiten Schritt soll jetzt ein Sympathieträger für den Naturpark gefunden werden. Wenn man dem Naturpark-Fachmann Manfred Klöppel folgt, ist das keine einfache Aufgabe. "Unser Naturpark ist biologisch und geologisch so vielfältig", meint er, und deshalb könne man nicht einfach eine Tier- oder Pflanzenart herausgreifen, die dann für das Ganze steht. Aus diesem Grund hat man auch schnell die Idee verworfen, sich für den Feuersalamander zu entscheiden. So sympathisch und bekannt der Feuersalamander bei Kindern und Erwachsenen auch sei, so wenig könne er für den ganzen Naturpark stehen, der aus fünf sehr unterschiedlichen Landschaften besteht.

Eine Anregung kam von der Berliner Beratungsfirma stratum, die derzeit beauftragt ist, die Kommunikation des Naturparks zu verbessern. Wenn es fünf verschiedene Regionen gibt, könne man in Analogie zu den „Bremer Stadtmusikanten“ vielleicht fünf verschiedene Tiere in einer Geschichte zusammenführen, die im Naturpark spielt. "So etwas wie die ‚Leutenberger Stadtmusikanten‘ eben", erklärt Christine Kober.

Es können aber auch ganz andere Ideen sein, die die Naturparkverwaltung jetzt durch einen Sympathieträger-Wettbewerb unter dem Titel "Gib dem Naturpark ein Gesicht" zu Tage fördern will. Drei Geldpreise in Höhe von 300, 200 und 100 Euro werden für die Siegergeschichten vergeben. Am meisten dürfte jedoch nicht das Geld motivieren, sondern die Aussicht, dass die Siegerkonzepte im September öffentlich vorgestellt werden und der erste Siegerentwurf anschließend im Naturpark-Marketing praktisch umgesetzt werden soll.

Bis zum 15. September müssen die Vorschläge in Schriftform in der Naturparkverwaltung eingehen. Der Umfang ist nicht begrenzt. "Es kommt auf die Originalität, den Naturpark-Bezug und die werbliche Inszenierbarkeit" an, sagt stratum-Geschäftsführer Richard Häusler. Entscheiden wird eine Jury aus Experten und Repräsentanten des öffentlichen Lebens.

Angesprochen werden sollen durch den Wettbewerb sowohl junge Marketingtalente als auch lokalhistorisch Bewanderte und  Naturschutz-Interessierte sowie Geschichtenschreiber aller Couleur. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht.