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15.12.2014

Bedeutendstes thüringisches Teichgebiet verplant

Das Dreba-Plothener Teichgebiet ist als Naturschutzgebiet (NSG) nicht nur Teil des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, sondern auch das bedeutendste Teichgebiet Thüringens.

Die Tier- und Pflanzenwelt profitierte von den vor knapp 1.000 Jahren angelegten mehr als tausend Teichen immens. Kiebitz, Brandgans, Bekassine, Kammmolch und Moorfrosch – sie alle fanden hier Lebensraum und sind heute auf die traditionellen extensiven Nutzungsweisen angewiesen.

Nach mehreren Erweiterungen umfasst das NSG Dreba-Plothener Teichgebiet heute ca. 1.100 ha. Wegen seiner europaweiten Bedeutung wurde es auch FFH- und Vogelschutz-Gebiet. Im FFH-Gebiet steht die Welt der Fischteiche im Vordergrund. Die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen dienen Zugvögeln als Rastplatz und Nahrungsgebiet. Sie ergeben auf 2.280 ha das Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet). Damit liegen unterschiedliche Schutzgebietskategorien auf diesem Gebiet. Konflikte zwischen den einzelnen Interessenlagen blieben da nicht aus. Aus diesem Grund war eine Gesamtschau auf das Gebiet, in dem sich nicht nur Naturschutz, Fischerei, Land- und Forstwirtschaft wiederfanden, sondern auch bürgerschaftliche Interessen, Tourismus, Infrastruktur, Verkehr und andere regionale Akteure berücksichtigt wurden, nötig.

Diese Koordinierung wurde im März 2013 der Naturparkverwaltung übertragen. In Form eines SPA-/FFH-Managementplanes und des Naturparkplans, die beide unter Beteiligung Vieler erarbeitet wurde, ist ein Handlungsleitfaden für das gesamte Teichgebiet entstanden. „Es ist mir bundesweit kein anderer Fall bekannt, in dem eine Naturparkverwaltung die Erstellung und beginnende Umsetzung eines so komplexen SPA-/FFH-Managementplanes koordinierte. Es klappte zwar nicht alles auf Anhieb, aber dafür war es keine Planung im ‚stillen Kämmerlein‘, sondern in und mit der Öffentlichkeit.“, so Manfred Klöppel von der Naturparkverwaltung.

Bereits 2014 konnten erste wichtige Maßnahmen für den selten gewordenen Kammmolch u.a. Amphibien umgesetzt werden. Gespräche mit den fischerei- und landwirtschaftlichen Unternehmen zur künftigen Gebietsnutzung wurden begonnen und Akzeptanzförderung in der Bevölkerung betrieben. Von einem Förderverein wurden zwei Teiche gepachtet, die aus Naturschutzgründen völlig fischfrei bleiben und vornehmlich dem Artenschutz und der Umweltbildung dienen.

Auch wenn die Planung als solche nunmehr abgeschlossen ist, wird der begonnene Moderations- und Umsetzungsprozess gemeinsam mit den regionalen Akteuren in jedem Fall fortgesetzt. Im Frühjahr 2015 wird es für alle im Teichgebiet aktiven Naturpädagogen, Umweltbildner und sonstige Interessenten eine vertiefende Weiterbildung zum Thema Managementplanung geben. Weitere 3-4 Teiche sollen ab 2015 ausschließlich naturschutzorientiert saniert werden.