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24.06.2015

Museum 642 - Erster Blick zum Thüringentag

Thüringentag und das 700ste Gründungsjubiläum des Karmeliterklosters sind willkommener Anlass, den Pößnecker Bürgern und ihren Gästen einen ersten Blick in die Räume des neuen Museums zu ermöglichen. Der 24.6. ist dabei von symbolischer Strahlkraft – die Zahlenfolge entspricht in umgekehrter Form den Hausnummern am Klosterplatz, die dem Museum den Namen geben. Von vielen gewünscht und nun mit dabei sind Akteure der Museumsnacht, die als Karmelitermönche das klösterliche Leben bildlich vor Augen führen. Direkt an der Stadtmauer errichteten die Karmeliter 1315 einen Klosterbezirk, von dem sich Teile erhalten haben. Wenig bekannt ist, dass die Mönche bis zur Auflösung des Klosters in der Reformation 29 Inkunabeln erwarben, wertvolle Wiegendrucke von juristischen und theologischen Büchern, die heute zum Bestand der Forschungsbibliothek Gotha gehören. Eine Replik wird in der ständigen Ausstellung in Pößneck gezeigt.

 

Dass die Klostergeschichte am authentischen Ort erzählt werden kann, gehört zu den Besonderheiten des aus drei wertvollen Einzelgebäuden zusammengefügten Museumskomplexes. Schon äußerlich gehört er zu den schönsten Museen in Thüringen. Im Innern macht ein Einführungsfilm auf den Rundgang neugierig. Der Stadtkater – in Anlehnung an den in Pößneck gedrehten DEFA-Klassiker „Moritz in der Litfaßsäule“ – führt durch die wechselvolle Geschichte des Ortes, der schon in der Altsteinzeit beliebter Siedlungsplatz war. Im Raum Archäologie werden Funde verschiedener Grabfelder in Pößneck und Umgebung vorgestellt. Das absolute Punkstück ist ein Maskenarmreif aus vorrömischer Zeit (um 450 v. Chr.) mit symbolischen Verzierungen in Form von Köpfen. Ein Pferdeskelett, das bei Bauarbeiten in diesem Raum gefunden wurde, hat inzwischen seinen endgültigen Platz im „Pößnecker Pferdehimmel“ gefunden. Mit Unterstützung des Phyletischen Museums Jena konnte das Tier für diesen Zweck präpariert werden.

 

Zu den ältesten Beispielen für Wohnkomfort in Thüringen gehören zwei Bohlenstuben im Obergeschoss, deren Alter durch dendrochronologische Untersuchungen auf die Jahre 1448 und 1453 datiert werden konnten. Hier werden unter anderem Zimelien, wertvolle Schriften und Drucke, präsentiert. Weitere Ausstellungshöhepunkte widmen sich dem Reisen und der Goetheverehrung, der Pestepedemie 1625 und der Porzellanherstellung. Neben einer Kollektion, in der besonders schöne Pößnecker Porzellane gezeigt werden, findet sich in diesem Raum auch ein Meißner Keramikofen aus dem 19. Jahrhundert, der aus dem Haus des Fabrikanten Carl Conta stammt. Glücklich ist Fachbereichsleiterin Finanzen/Kultur Dr. Julia Dünkel über das Modell einer Schwarzen Küche, das Miniaturist Gerhard Bätz als sein letztes Werk überhaupt eigens für Pößneck geschaffen hat. Dieses Modell kann der Besucher in einer originalen Schwarzen Küche bewundern und sich ein Bild von der Kochkunst im 17. Jahrhundert machen.

 

Zentraler Punkt des Museum642 ist der überdachte Innenhof, der von verschiedenen Räumen und über Fachwerkgalerien erreicht werden kann. Bei Plätschern des Wassers kann sich der Besucher an der interessanten Gestaltung erfreuen.

Bis zum Ende des Thüringentages am 28. Juni besteht die Möglichkeit, die ersten Ausstellungskabinette zu besichtigen und sich über das Gesamtvorhaben zu informieren. Dann schließt das Haus bis zur feierlichen Eröffnung am 28. November.


Geöffnet ist wie folgt: 24.06. 17:00-22:00, 25.06. 9:00-17:00, 26.06. bis 28.06. 10:00-18:00